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Generationengeführtes Weingut

Der Weinbaupionier Karl Kern, geb. am 24. Juli 1877 in einer kleinbäuerlichen Familie, arbeitete nach seiner Schulzeit im elterlichen Betrieb. 1895 besuchte er in Weinsberg die „Königliche Weinbauschule“. Im Anschluss an seine Militärzeit war er elf Jahre lang Verwalter des Dr. Deinhardschen Weingutes in Deidesheim/Pfalz. 1910 kehrte Karl Kern in seine Heimat zurück und begann mit dem Aufbau eines eigenen Weingutes.

Bei seiner Rückkehr fand Karl Kern schlechte Zustände vor. Rebkrankheiten traten damals verstärkt auf, Massenträger wie Tokajer verschlechterten die Qualität. Dank seiner Erfahrung und seinem Können konnte der Weinbau in Oberderdingen in der Vorkriegszeit wieder aufblühen. Durch seine damalige musterhafte Bewirtschaftung der Weinberge wurde er zum Vorbild aller Derdinger Wengerter.
Er bekämpfte die bisher vermehrt angepflanzten Hybriden-Reben, die später verboten wurden.

Das Weingut Kern begann als erstes mit der Umstellung von arbeitsaufwändigen Pfahlanlagen auf die Drahtanlagen, die sich schließlich im ganzen heimischen Rebbaugebiet durchsetzten. Kern war nicht nur der Initiator der Rebfluranlage Bergwald/Hagenrain 1934/1935, sondern auch der Rebflurbereinigung 1951/52, die auf der gesamten Gemarkung anliefen.

Die sortenreinen Weine des Weinguts Kern waren bald über das Gebiet hinaus bekannt.
Beim jährlichen Weinmarkt im Cannstatter Kursaal oder bei der Südamerika-Fahrt des „Graf Zeppelin“ wurde „Kern'les-Tee“ ausgeschenkt.

Heute tritt Michael Kern in die Fußstapfen seines Urgroßvaters. Nach seiner kaufmännischen Ausbildung besuchte er ebenso wie Karl Kern die Weinbauschule in Weinsberg, heute Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau.

Seit 2001 betreut Michael Kern eine Weinberg AG der Leopold-Feigenbutz-Realschule in Oberderdingen und setzt sich hierbei schon heute für den Erhalt der Weinbau-Kultur und seiner über 1000-jährigen Geschichte ein. Mit dem Jahrgang 2003 begann er wieder mit dem Ausbau seiner besten Rotweine im kleinen Barrique-Fass.
Auch er setzt sein Gelerntes sowohl im Keller als auch im Weinberg um.

Der sogenannte „Kern'les-Tee“ wird heutzutage nicht nur bis auf die Insel Usedom geliefert, er wird mittlerweile sogar international bezogen.